Taroundannt

Donnerstag, 12. April 2012
Es hat natürlich nicht geregnet. Es gibt im April nur 6 Regentage. Aber so erzähle ich die Geschichte lieber, als nach einem Text zu suchen, der unter ein Bild passt in dem ein blauer Transit in den Wogen des Qued Tamsift steht. Als wir auf die gelbe R111 treffen überlegen wir ganz kurz ob wir nach Süden abbiegen, bleiben aber unserem alten Plan treu und es geht weiter gen Westen. In Tazenakht ankommen, werden diverse Vorräte aufgefüllt. Diesel wird voll gemacht und dieses mal war der Blaue durstig. Er hat sich fast 10l/100km gegönnt. Nun bei einem Preis von 65 Cent/Liter darf er das ruhig. Jetzt noch Brot, Trinkwasser und eine Bank. Das frische Brot duftet im Wagen das selbst unsere Staub geimpften Nasen den Geruch vernehmen. Raus aus der, wie wir empfinden, schmutigen Stadt in die Wüste. Bald tauchen rechts der Straße ein paar Bäume auf. Das ist unser Platz. Der starke Wind bläst die weißen Wolken über die Berge. Unser Außenthermometer zeigt 16 Grad, die Sonne scheint, was will man mehr. Leider ist die Internetverbindung nicht sehr stabil und reicht nur um den Text von gestern hoch zu laden. Werde Bilder irgendwann nachtragen. Überlegen ob wir einfach hier ein Weilchen stehen bleiben.
Wir sind weiter gefahren, immer auf der N10. Zwischen Taliouine und Aoulouz sind wir über einen Pass gekommen und die Gegend ist wie von Zauberhand verwandelt. Die Hänge sind bis oben hin mit Olivenbäumen überseht. Lauter grüne Tupfen. Sieht klasse aus, aber es gibt keine Bilder, es regnet. Nun sind wir in einer fruchtbaren Ebene. Überall sind Felder angelegt und die Leute kämpfen gegen den Wind. Die Einen mit Steinmauern, die Anderen mit Folie. Dann gibt es welche die es mit feinen Netzen oder mit geflochtenem Schilfrohr(?) versuchen. Sind bis Taroundannt gekommen und stehen an der Stadtmauer auf einem bewachten Parkplatz eines Hotels.

Habe eben Michaels Blog gefunden mit weiteren Bilder aus Marokko: http://marokko.quattrostopps.de/

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Quarzazate

Mittwoch 11.04.12
Ja, der Verkehr ist vor uns eingeschlafen. Haben erst am Morgen entdeckt, dass wir Nachbarn hatten. Schräg hinter uns, unterhalb der Straße wohnt jemand in einer Höhle. Ja, ich kann mich nicht daran gewöhnen das es so etwas gibt. In Marokko ist das keine Seltenheit. Mir wird bewusst das ich auf der Sonnenseite dieser Erde geboren bin. Aber indem man bettelnden Kindern ein paar Bonbons gibt, ändert man gar nichts. Zurück zu den schönen Eindrücken. Das die Passfahrt von der Todra in die Dades nicht geklappt hat, hat auch seine gute Seite. Ich sehe die Schluchten von zwei Seiten. Es ist nicht ungefährlich, den Blick zu weit von der Straße zu nehmen, obwohl ich recht langsam fahre. Die Straßen fordern volle Konzentration, und wenn es nicht die Straße ist, dann die verrückten anderen Verkehrsteilnehmer. Am schlimmsten sind die 4×4-Fahrer. Die sind sich zum Ausweichen zu gut. Mit so einem aufgeblasenem Allradfahrzeug muss man in der Mitte auf dem guten Asphalt bleiben und der Rest darf in den Dreck ausweichen. Die Dades-Schlucht zeigt sich mit beeindruckender Schönheit, welche nicht in Bilder zu fassen ist. Man muss das tatsächlich selber erfahren, im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Händler an der Engstelle bemerkte das ich gestern Spätnachmittag hochgefahren bin und fragt ob ich oben übernachtet habe. Die Unterhaltung ist mühsam, aber wir kommen gut zusammen. Ich wechsle ihm großzügig seine kleinen Münzen, kaufen möchte ich nichts. Voller Eindrücke verlassen wir die Schlucht und biegen auf die N10 Richtung Quarzazate ein und nehmen kurz vor dem Ort per SMS Kontakt zu Michael und Karin auf. Die Zwei sind mit Jan und Sonja die Piste von Taous nach Zagora gefahren. Die sitzen aber noch beim Tee und wir schwenken bei Quarzazate auf die N9 nach Süden um nach rund 70 Kilometern bei Agdz auf eine weiße Straße (R108) wieder nach Westen zu schwenken. Diese Wüstenlandschaft ist kolossal, alle paar Kilometer wechselt das Gestein Farbe und Form. Wir beginnen einen sehr früh einen Nachtplatz zu suchen und finden ein malerisches Plätzchen nicht weit der Straße. Wir kochen und relaxen, haben aber immer den Blick zum Himmel. Wolken ziehen durchs Tal und wir haben Bedenken das es regnet. Wir stehen nämlich in einem Wadi und sollte es mehr wie ein paar Tropfen regnen, stehen wir im Fluss. Statistisch gesehen regnete es diesen Monat nicht mehr. Ich traue der Statistik lieber nicht und breche auf, einen neuen Platz zu finden. Nun heißt es großzügig zu sein und auf Plamen und Wasserfall zu verzichten. Rechtzeitig vor der schnell aufziehenden Dunkelheit finde ich einen regensicheren Platz, der einigermaßen gerade ist. Mal sehen ob ich hier Internet habe.

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Todra zur Dades-Schlucht

Dienstag 10.04.2012
Das übliche Geschrei hat uns morgens geweckt. Es hat Vorteile wenn man in der Wüste übernachtet. Nach einem kleinen Frühstück fahren wir die Todra-Schlucht bergauf. An der sehenswerten Stelle, da wo die Schlucht nur rund 10 Meter breite hat, lauert der Kommerz. Viele Händler und Bettler lauern hier auf den Touristen. Das ist hier schon beeindruckend. Wir fahren bis zum Ende der Schlucht und versuchen die Piste über den Pass (2800) zur Dardes-Schlucht. Die Piste geht, ist zwar stellenweise hart, aber das kennen wir auch anders. Erst weit oben muss man sich den wenigen Platz mit dem Bach teilen. Der Bach ist zwar im Urlaub, aber niemand hat sein Bett gemacht! Erst den Bach gekreuzt, das war falsch. Rein ins Bachbett und weiter geht es. Raus aus dem Bett auf die jetzt sehr schlechte Piste. Nun endet die Piste und es geht nur noch im Bachbett weiter. Ich laufe einige hundert Meter um mir einen Überblick zu verschaffen und beschließe umzudrehen, aber wo? Es geht die rund 30 Kilometer bis Tamtattouchte wieder zurück. Schade, aber einen Versuch war es wert. Machen Brotzeit mit traumhaftem Ausblick und dann nochmal Todra-Schluch von der anderen Seite. Die N10 bis Boumaine läuft recht gut. Die Polizei steht oft mit der Laser-Pistole und versucht die Staatkasse aufzufüllen. Nicht mit meinen Devisen! Dann biegen wir in die Gorges du Dades ein. Mir fehlen die richtigen Worte und Bilder machen ist auch nicht so einfach. Fahren die Schlucht bis kurz vor Msemrir und finden einen Felsen um den die alte Straße noch rum geht. Gleich sechs jugendliche Steinehändler umringen unseren Wagen. Es riecht nach Diesel im Wagen. Ich gehe auf die Suche und finde den Kanister vom Kocher undicht. Die Piste und das im Kofferraum befindliche Gerümpel haben zusammen gearbeitet und den Schnorchel gelöst. Versuche mit Bremsenreiniger das meiste wegzuwischen. Die Nacht wir zeigen ob es geklappt hat. Nachdem die Jungs bemerkt haben, dass ich ihnen nichts abkaufe, trotten sie von dannen. Essen in Ruhe zu Abend und  gehen davon aus, dass der Verkehr vor uns einschläft.

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Eingang Gorges du Todra

Montag 09.04.2012
Wir sind alle vor der Zeit auf. Gemeinsames Frühstück und dann trennen sich unsere Wege. Wir wollen ein Stück Piste bis Erfoud fahren, finden aber den Einstieg nicht. Für ein Wendemanöver und einen zweiten Anlauf ist es mir nicht wichtig genug. Haben an einem netten Museum angehalten und nach einer Besichtigung mit einem netten jungen Mann mit perfektem Englisch als Führer und einem gereichten Tee kaufen wir noch zwei Souvenirs und versuchen aufs Internet zuzugreifen. Das klappt erst im nächsten Dorf. Da kann ich die Kurzberichte und ein paar Bilder nachreichen. Sind in Erfoud auf die R702 eingebogen und fahren diese bis zum Ende bei Tinejdad und treffen dort auf die N10. Eine schöne Route die alles bietet: Wüste, Berge, Oasen, kleine und große Dörfer. Auf den Marktplätzen werden allerlei Waren angeboten. Vom frischen Gemüse, lebendige Hühner, Kleider, bunte Tücher und verschiedene Haushaltsgeräte. Auf den Straßen tummeln sich Fahrräder, Eselkarren, verrückte Taxis und Lkws wirr durcheinander. Mit der N10 sind wir auf dem Touristentrampelpfad. Die Wohnmobile werden etwas mehr und wir erreichen Tineghir. Hier liegt die Zufahrt zur Todra-Schlucht, diese wollen wir durchfahren. Obwohl ich irgendwo auf der N10 getankt und Wasser gebunkert haben, fahren wir am Eingang der Schlucht auf den CP Atlas. Freies Stehen sei sehr mühsam, da bettelnde Kinder einem die letzten Nerven rauben. Die Jungs, die aus Plamenblättern allerlei gebasteltes anpreisen, nehmen hier schon Euros. Nach einigem hin und her bekomme ich ein Kamel geschenkt. Klar wurde das Geschenk in der Erwartung eines Gegengeschenkes gemacht. Ein Kugelschreiber erscheint mir angebracht. Der CP ist klein und gut gefüllt. Rund 10 Fahrzeuge stehen hier, die meisten aus der Schweiz. Dago wäscht Haare, und ich quäle die Tasten. Werde nachher die Kamera auslesen und ein paar Bilder für euch vorbereiten.

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Erg Chebbi

Samstag 07.04.12
Erg Chebbi erreicht, auf einer wunderschönen Straße.Fahren an die Düne und machen Pause. Auf dem Weg lauern viel Einweiser. Die Preise für den CP variieren zwischen 20 und 50 DH. Wir stellen uns frei an die Düne. Ein paar fliegende Händler umringen uns. Wir lehnen dankend ab und irgendwann verlieren sie das Interesse an uns. Das frisch gekaufte Brot schmeckt lecker. Der Wind bringt den Sand und bläst ihn in jede Ritze. Michael rüstet den Syncro auf und lässt Luft aus den Reifen. Etwas zögerlich startet er in die Düne. Der erste Ausflug ist nach ein paar Wagenlängen zu Ende. Reifenluftdruck weiter senken, etwas graben und rückwärts runter vom Hügel. Der zweite Anlauf klappt perfekt, der Bus verschwindet in der Düne. Nach einiger Zeit gehe ich mit dem Handfunkgerät auf einen Hügel und halte Ausschau. Nach geraumer Zeit taucht der blaue Bus im Dünenmeer auf. Immer wieder muss man bettelnde Kinder und aufdringliche Händler vertreiben. Viele Geländewägen spielen hier Wüste. Das ist hier recht einfach möglich und wird reichlich genutzt. Auch werden die Touristen auf Kamelen in die „Wüste“ transportiert. Ich finde das etwas lächerlich, aber mein Geschmack ist nicht gefragt. Die Sahara ist hier ein Schmusekater und nicht das tödliche Raubtier, welcher leichtsinnigen Reisenden immer wieder zum Verhängnis wird. Kurz vor Einbruch der Nacht beginnen wir vor den Autos zu kochen. Die Sonne geht schnell unter und nach dem Abwasch gehen wir ins Bett. Ach ja, was ich noch anmerken mochte: Kein Regen und warmes Wetter.

Sonntag 08.04.12
Um 5:00 Uhr klingelt mein Wecker. Aufstehen und raus in die Dunkelheit. Dunkelheit ist etwas übertrieben, der fast volle Mond erleuchtet das hügelige Gelände. Ich wandere mit meiner Kamera bewaffnet tiefer in den Erg Chebbi hinein um einen guten Platz zum fotografieren zu finden. Sonnenaufgang steht auf dem Plan. Ich suche eine jungfreuliche Düne für den Vordergrund. Das ist hier sehr schwer. Reifenspuren und Fußstapfen überall. Doch was lange währt wird gut. Da liegt er vor mir. Unberührter Sand, vom Wind modelliert. Was noch fehlt ist die aufgehende Sonne. Stelle mit entsetzen fest, Marokkaner sind Frühaufsteher und wollen auch den Sonnenaufgang bewundern. Aus ist es mit unberührten Sand. Bevor ich einen neuen Platz finde, steigt die Sonne ohne Morgenrot oder anderem Zier hoch ins Firmament. Die Bilder habe ich mir anders vorgestellt, sind aber besser wie die Bilderversuche vom Vorabend mit dem aufgehenden Mond. Da hat sich die Technik geweigert auszulösen. Der kleine helle Punkt war dem digitalen Apparat wahrscheinlich zu wenig. Aber so gibt es wenigsten einen langen Tag zum Nichtstun.
Micha parkt seinen Wagen um und wir spannen eine Plane als Sonnensegel. Die Mädels packen den gusseiserenen Topf aus und beginnen Brot zu backen. Um die Mittagszeit rollt der Bremach mit Sonja und Jan auf den Platz. Micha hatte ihnen unsere Koordinaten per SMS gesendet. Die vier wollen eine Piste nahe der Algerischen Grenz fahren. Wir klinken uns da sicher aus. Am späten Nachmittag frägt uns ein junges deutschen Pärchen ob sie ihre Rucksäcke bei uns deponieren können. Sie wollen durch die Dünen wandern, aber ohne Ballast. Klar das sie das dürfen. Nach ihrer Rückkehr entsteht ein nettes Gespräch. Die zwei sind mit dem Fahrrad in Marokko unterwegs und die heutige Tour per Anhalter. Wir laden sie zum Abendessen ein und sie schlagen ihr Zelt vor Michaels Bus auf. Ich klinke mich früh aus der Runde aus und baue unser Bett.

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Khénifa

Freitag, 6. April 2012
Khénifa zum Campingplatz Tissirt hinter Meski. Sind in Khénifa gut weg gekommen. Michael machte den Vorschlag, von hier direkt zur Dardes- und Todra-Schlucht zu fahren, aber nach einem Blick in die Karte wurde der Plan verworfen. Wie die Bilder von unterwegs zeigen, eine gute Entscheidung. Der Hohe Atlas ist schneebedeckt. Ich tanke an der ersten Tankstelle und bunkere Wasser, Michael muss bis zur nächsten Tanke fahren. Es gibt hier nur Diesel, kein Benzin. Auf der N8 geht es gut zu fahren. Wir finden den Abzweig Richtung Midelt auf anhieb, obwohl die Schilder von unserer Seite nur auf Arabisch sind. Auch die R503 ist hervorragend ausgebaut. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Die Felsen wechseln ihre Farbe und Aussehen. Leider gibt es wenig Fotos, da die sechs statistischen Regentage des Aprils noch nicht erreicht sind. Okay, wir machen Transit, dann spielt das nicht die Rolle. Ein paar Kilometer von Midelt treffen wir auf die N13. Bin auch hier über den guten Zustand erstaunt. Solch eine Straße hätte ich mir vor 25 Jahren gewünscht. Außer Landschaft gibt es hier nicht viel. So langsam lässt die Vegetation nach und das Ganze bekommt den Charakter einer Wüste. Ohne Probleme erreichen wir Ar-Rachidia. In unserem Reiseführer steht ein freier Stellplatz rund 24 Kilometer Südlich. Wir finden den Sendemast, aber keine Zufahrt. Die Straße führt hinunter Qued Ziz und Häuser tauchen auf. Ich funke zu Michael das wir ins Dorf fahren und Brot suchen, schwenken jedoch davor ab und folgen dem Qued Ziz. Palmen säumen die Ufer und einige Ansiedlungen ohne ein Namensschild. Wir folgen der einzigen Straße immer weiter. Finden unter anderem einen Friseur, ein Fahrradgeschäft und einen Allesladen, der auch Brot hat. Bezahlen für 4 Fladenbrote 6DH (zirka 55 Cent). Kurz bevor wir wieder hoch auf die N13 kommen, entdecken wir einen kleinen CP. Alles sehr sauber und ordentlich. Werden zum Tee eingeladen und Checken ein. Der freundliche, 4 ½ sprachige junge Mann nimmt 50DH für Auto und zwei Personen. Leider habe ich hier im Tal keinen Internetzugang, werde es morgen nochmal versuchen.
Wollten der Karin in ÖO noch zum Geburtstag gratulieren und bei Detlev nachfragen ob alles gut gegangen ist. Wir haben auf jeden Fall die Daumen gedrückt.

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Fes

Donnerstag 05.04.12
Fes, der Muezzin weckt uns früh morgens. Wie spät es ist kann ich nicht sagen. Niemand kennt die örtliche Zeit. Öffentliche Uhren zeigen uns drei verschiedene an??? Ein Stadtbummel steht auf dem Plan. Unser Parkplatzwächter weicht uns nicht von der Seite. Verwinkelte Gassen und unzählige Händler preisen vom Waschmittel über Kleidung bis hin zum Handy alles an. Wir kaufen bunte Tücher und schauen allerlei Kunsthandwerk und taiwanische Exportware an. Das Gehen in den schrägen Gassen ist mühselig und so lassen wir die große Runde in Fes, den mit Bussen angekarrten Pauschaltouristen und gehe zurück zum Wagen. Wieder mal Glück gehabt mit dem Wetter. Es regnet erst als wir die Autos erreichen. Nach kurzer Lagebesprechung brechen wir auf und fahren die N8 über Imouzzer-el-Kandar nach Azrou.In Azrou beschließen wir eine weiße Straße nach Ain Leuth zu fahren. Fels wechselt mit Wald und Feld. Sehr schmal, aber gut zu fahren. Dann weiter auf einer gelben Straße bis Sources de l’Oum-er Rbia. Statt Regen gibt es nun Graupelschauer und die Bergkuppen sind weiß angepudert. Ab hier geht es wieder über weiße Straßen, laut Karte ist die Wintersperre seit diesem Monat beendet. Die Berge haben hier rund 1500m, bei den Straßen weis ich das nicht, da mein Navi hierzu keine Angaben macht. Hier prägen bettelnde Kinder das Straßenbild. Die Möglichkeiten hier frei zu stehen gehen gegen Null, so wie die Außentemperatur. Wir fahren notgedrungen weiter bis Khénifa, das auf 830m liegt. Treffen hier mit Einbruch der Nacht ein. Mit dem Regen und den irren marokkanischen Autofahrern  ist das Stress pur! Finden den im Reiseführer beschriebenen bewachten Parkplatz nicht, aber einen großen freien und leeren Parkplatz auf dem wir nun stehen und versuchen den Tag zu verarbeiten.
Michael hat Kontakt zu den Einheimischen aufgenommen. Ein Offizieller ist aufgetaucht und hat ihm erklärt das es nicht verboten sei hier zu Übernachten, aber er rät dringend den Parkplatz gegen über der Polizei, wo wir nach dem Abendessen auch hin fahren. Micha und Karin ziehen sich in ihren Bus zurück und wir trinken noch ein Tässchen Tee und ich schieben diesen Bericht und ein paar Bildchen hoch.

Ach ja, gestern hatten wir einen Affen, heute haben wir sie gesehen.

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Chefchaouen

Mittwoch 04.04.2012
Chefchaouen ist ein verwinkeltes, alles in blau gehaltenes, Städtchen mit ca. 3000 Einwohnern. Näheres bei Freund Google nachfragen. Wir sind einige der Gässchen abgelaufen und haben für Dago eine Ledertasche gekauft. Es war mir möglich den Händler etwas im Preis zu drücken. Sicher nicht genug, aber rund 12 Euro fand ich in Ordnung. Trockenen Fußes erreichen wir den Campingplatz und setzen unsere Reise in den Süden fort. Michaels Navi beschert uns eine Rundfahrt durch das neue Chefchaouen bis wir die Straße nach Quezzane, welches wir rechts liegen lassen. Kurz hinter Quezzane versuchen wir die R408 Richtung Fes. Die Straße wird schlagartig schlechter. Nach 2 Kilometer machen wir eine Pause und Essen etwas. Michael lässt etwas Luft ab um leichter zu fahren. Nach dem Essen beschließen wir zur N13 zurück zu fahren um zügig direkt nach Fes zu kommen. In einem Reiseführer finden wir den Hinweis auf einen bewachten Parkplatz in der Stadt. Die Landschaft wechselt mit beeindruckenden Bilder, die wir leider nicht machen können, da heute der dritte von sechs Regentagen ist. Heute regnet es wirklich. Wir fahren langsam und der Scheibenwischer geht auf der zweiten Stufe. Erst geht es durch eine „Waldgegend“ und dann durch die marokkanische Kornkammer, gefolgt von einer reinen Hügellandschaft. Die penetranten Haschischhänder am Straßenrand haben wir nun hinter und Fes vor uns. Noch kurz in einen Supermarkt und ein paar Verbrauchsgüter aufgefüllt. Schnell wird es Dunkel und wir rollen auf den Parkplatz. Ein unbeleuchtetes Motorrad bedrängt Michael und möchte in auf einen andern, schöneren, billigeren, besseren, moderneren Platz führen. Wir lehnen dankend ab und machen direkt an der Stadtmauer Feierabend. Die Mädels kochen und die Jungs gehen eine kleine Runde in der Stadt. Probieren Lederjacken und wimmeln allerlei aufdringliche Leute  ab. Ich schreibe diese Zeilen und versuche für gestern ein paar Bilder nachzuliefern.

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Erster Tag in Marokko

Das mit den Zeilen im Hafen absetzten hat nicht geklappt. Simyo wollte nicht von meinem Konto abbuchen und hat mir ne SMS geschickt, dass ich nur noch 1€ auf meinem Kartenkonto habe. Werden warten müssen bis Marokko. Hengen auf dem Schiff rum und relaxen fürchterlich. Zu allem Elend spint Dagos neuer MP3-Player. Heute war es sonnig mit viel Wind. Das Meer ist ganz ruhig und Dago ist fit. Jetzt ist es schon 20 Uhr und wir haben Vanille- und Schokocreme für den Nachtisch gemacht. Es geht uns recht gut. Jetzt gibt es Abendbrot und dann geht es in die Falle. Seeluft macht müde.
Der Montag auf dem Schiff ist sehr wechselhaft. Trotz allem lange in der Falle gelegen. Spät und lange gefrühstückt.  Das Schiff ist archetektonisch sehr schön, aber es verkehrt zwischen Italien und Marokko. Die eine Hälfte ist geschlossen, die andere Hälfte ist kaputt. Weiterlesen

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Genua, wir kommen

Hallo Leute, wir sind unterwegs! Es war zwar erwartungsgemäß schwer, aber es hat geklappt. Der Arbeitstag am Freitag war ruhig und ohne das normale Freitagschaos. Pünktlich zu Hause angekommen und die letzten Reste im Wagen verfrachtet und den Kühlschrank gefüllt. Micha und Karin angerufen und festgestellt das alles optimal läuft. „1/2 Stunde, dann sind wir abfahrbereit“ hat Karin am Telefon gesagt. Dago wollte noch etwas mehr Zeit und die bekam sie auch. So eine halbe Stunde vergeht wie im Flug. Nicht nur Dago hatte etwas vergessen, Karin auch. Während Dago nochmal in die Wohnung stürzte, mussten die anderen noch mal zu Obi. Dort haben wir uns zum Ladenschluss getroffen. Kurzer Schlenker zum Geldautomaten und dann auf die Autobahn A81 mit kurzem Stau zwischen Stuttgart und Herrenberg. Die Idioten haben da am Reise-Freitag ohne Vorwarnung auf 1 Spur verengt. Der Verkehrsfunk wusste nur von der Sperrung einer Einfahrt. Gegen 22:20 sind wir auf unserem ersten Nachtplatz bei Hilzlingen (für Googl-Maps= 47.78814,8.765704) angekommen.

Kleiner Imbiss und ins Bett. Morgens, Samstag 31.03 um 6:00 ist Wecken angesagt. Gemeinsames Frühstück mit aufgebackenen Brötchen und dann auf die Straße. Micha zur Gastanke und wir zum Edeka Feuchttücher auffüllen. Der Schweizer Grenzer tat uns freundlich durchgewunken und die gewählte Strecke über den Gotthard ist von der Blockabfertigung abgesehen, die uns 1 Stunde kostet, wunderschön. Malerisch an Berghängen und Seeufern entlang bei bestem Reisewetter. Machen wir noch die ersten Stopps gemeinsam, lasse ich später Micha alleine zur Gastanke fahren. Ich hatte so früh nicht damit gerechnet und Micha den Halt recht kurzfristig über Funk gemeldet. Ich bin langsam weiter gefahren und habe den Spargang eingelegt. Micha tauchte kurz vor dem von mir errechneten Zeitpunkt im Spiegel auf. Er teilte mir am Funk mit, das er die letzte Gastankstelle in rund 30 Kilometer auch noch mal besuchen werde. Ich sagte ihm das er mit seinem Tempo weiter fahren soll, und ich meines beibehalte. Damit konnte ich den Plan, auch noch ein paar Liter zu tanken, verwerfen. Mit meinem Tempo erreiche ich sicher eine Marokkanische Tankstelle. Den geplanten Ankunft-Termin mit < 15:00 haben wir um 25 Minuten verpasst. Somit entfiel das Kurzshopen vor dem Fährschiff in Italien. Der Parkplatz vor der Fähre ist mit den unmöglichsten Fahrzeugen gefüllt. Touristen mit perfekten Fahrzeugen und Marokkaner mit vollgeladenen Transportern. Wenn ich vollgeladen schreibe, dann meine ich das auch so. Mir ist ein es ein Rätsel, wie die auf Europäischen Straßen hierher gekommen sind. Die sind sicher nicht hier so aufgepackt worden. Lange Schlange vor dem Schalter der Italienischen Grenzpolizei. Die Ausreise will gemeldet werden. Die Fernreisenden helfen sich gegenseitig mit den Formularen und den regionalen Gepflogenheiten. Diesen Gang können die Männer alleine machen und die Mädels bleiben bei den Autos. Irgendwann beginnt sich die Schlange an überladenen Fahrzeugen in den Bauch der Fähre zu bewegen und wir bekommen Parkplätze am Rand zugeteilt. Schwer bepackt laufen wir durch die Gänge und Treppenhäuser. Ja, es gibt Lifte, aber mit langen Schlangen davor. Hoch zum Deck 7, immer weiter. Dort erhalten wir die Schlüsselkarte und eine falsche Wegbeschreibung zu unserer Kabine. Ich lerne das System mit den Kabinennummer zu verstehen und finde unsere Außenkabine. Die Schicht ist durch ein Rettungsboot blockiert, aber wenn man aufsteht und sich ein bisschen den Hals verengt, kann man das Meer und die Küste sehen. Auch lässt die Sauberkeit mächtig zu wünschen übrig. Ich versuche erfolgreich nochmal aus Parkdeck zu gelangen und einen Bodenlappen aus dem Wagen zu holen. Karin versetzt damit die Duschkabine in einen begehbaren Zustand, DANKE! Auch müssen weitere Handtücher organisiert werden. Mit kreativen Umbaumaßnahmen gestallten wir die Kabine um. Die Nacht verlief ruhig, keiner hat mich mit schnarchen gestört. Das können diesen Morgen nicht alle sagen. Betten machen und Frühstück verlaufe etwas hektisch, da Barcelona auftaucht und das Schiff anlegt. Ich möchte versuchen dies Zeilen im Hafen abzusetzen.

Das mit dem Hafen hat nicht geklappt, aber jetzt sindwir in Marokko gut angekommen und haben Internetzuhang. Wenn ich noch die Zugangsdaten für mein Emailkonto finde, werde ich Email abrufen.

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