Tag 43, mit drei Fähren?

Nachtplatz bei Trælvikodden


🇸🇯 Bratland, 66.433739,13.147961
🛳 Nesna – Levang
🛒 Rema Sandnessjøen
🛳 Tjotta – Forvik
🛳️ Andelsvag – Horn
🇸🇯 Trælvikodden, 65.475364,12.264341

🚍 214km, ⏱️ 4:10h Fahrzeit

🌡 11°- 6°, 🌨☁️⛅️


Oh, welch toller Moment gestern Abend. Viele von euch haben es schon in unserem Status bei WhatsApp gesehen. Ein unglaubliches Farbenspiel ließ uns (fast) alle mit dem Handy oder Fotoapparat ins Freie drängeln um den Farbkasten von Mutter Natur zu bewundern. Solche Bilder gibt es meines Wissens nur in dieser Gegend und um diese Zeit. Die Dämmerung dauert sehr lange und bringt gigantische Färbungen zustande. Auf der anderen Seite dieses Spektakel verhindern die bis dahin bunten Wolken einen Blick auf die Polarlichter. Man kann nicht alles haben.

Lautstark erklärt mir in der Früh Michael, so das es alle Nachbarn hören, das er jetzt losfährt und wir uns später sehen! Er wendet hinten in der Sackgasse und auf dem Rückweg verabschiedet sich Andrea genauso von uns.

Es geht los und der Regen begleitet uns. Fotografieren kannste vergessen. Trotzdem gibt es tolle Livebilder. Kurz vor 10 erreichen wir die erste Fähre. Geplante Abfahrt 10:20. Schnell füllt sich die erste Wartespur, zum Großteil mit Womos, und Spur 2 wird angefahren und füllt sich.

Bei Ankunft hängt sich Kurt wieder auf. Der mag es nicht, wenn zwei aufeinander folgende Signale so weit auseinander sind. Ich habe damit gerechnet und die Karte vorher eingeprägt.
Der nächste Stopp ist ein kurzer Einkauf. In Sandnessjøen ist der Rema nur 800 Meter neben unserer Strecke. Das übliche gekauft und 428NOK dafür bezahlt.
Als wir rauskommen ist die Reiseleitung schon unterwegs. Wir folgen und zum Glück wird das Wetter besser. Der Regen hört auf und später traut sich die Sonne ein bisschen heraus.

In Tjøtta an der Fähre steht Michael als letzter auf Spur 2 und ich ordne mich auf 3 hinter einem Tankzug ein. Wir machen uns schnell zwei Brote und kaum gegessen geht es mit verladen los. Auf der Fähre treffen wir Michael. Andrea ist mit dem Hund unter Deck. Mit Maps rufen wir den Fahrplan der nächsten Fähre auf. Es gibt einen um 14:20 und eine um 15:10. Damit kein Stress aufkommt, wählen wir 15:10 aus. Soweit die Theorie.

Beim ausladen geht es nicht „First in, first out“, sondern ich Rolle als letzter von der Fähre. Vor mir zwei große LKWs und zwei Wohnmobile. Ich rechne kurz hoch und man könnte die nächste Fähre vier Minuten vor Abfahrt erreichen. Sorgen machen mir die zwei LKWs.
Unmittelbar vor dem Fährhafen stockt der Verkehr. Ich sehe die Fähre, aber die Schranke ist geschlossen. Aber halt, genau in dem Moment geht sie auf und das verladen beginnt. Anscheinend sind die Abfahrtzeiten der Fähren aufeinander abgestimmt. Ich sehe wie Michael auf die Fähre rollt, aber meine Sorgen werden nicht kleiner. Hat diese „kleine“ Fähre überhaupt die Kapazität für alle? Was soll ich sagen, sie hat.

Bei dieser offenen Fähre bleiben alle in den Autos sitzen. Außer Michael, der kommt vorbei und checkt ob wir dabei sind. Drüben angekommen fahren wir die letzten Kilometer für heute. Da wir auf der Fähre spontan den Nachtplatz geändert haben, wartet Michael vor dem rechts ab, damit ich nicht verlorenen gehe. Der Traumplatz hat tatsächlich eine Höhenbegrenzung und wir fahren die Straße noch ein Stück, bis eine Haltebucht auftaucht, die groß genug ist für uns beide. Wir rangieren ein bisschen und ich brauche vier Abläufe bis der Duc optimal steht.

Die Essenszeiten sind heute komplett verschoben und wir ziehen den Nachmittagskaffee vor. Dazu keine Kekse, sondern Brot, Wurst und Käse. Ein Marmeladebrot zum Abschluss darf nicht fehlen. Mitten drin kommt Michael zum Meeting, das wir trotzdem abhalten. Strecke ist schnell gemacht, nur der Nachtplatz muß nochmal geändert werden. Plan A, ein alter Fähranleger ist gebührenpflichtig. Die Zahlweise ist unklar. Da entdecke ich neben einem Sägewerk-Museum einen Platz. Warum nicht bei der Gelegenheit das Museum besuchen. 200NOK hin, oder 200NOK her, macht den Kohl nicht fett. Ich recherchiere und finde die Öffnungszeiten. Leider seit dem 29. August geschlossen. Egal, die Strecke steht, das zählt.
Das Abendessen fällt heute aus. Die fehlenden Kalorien werden mit naschen zugeführt.

Da die Bilder von gestern Abend, welche ich im Status hatte sicher weg sind, hier nachmal ein paar Bilder.

Blick aus der Eingangstür

Zum Schluss ein Klassiker:

Blick aus dem Wohnzimmerfenster

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