🇨🇾 Taşucu, 36.317636,33.881815
Oh, mitten in der Nacht bemerke ich ein Geräusch. So ein gleichmäßiges Stampfen das kontinuierlich anhält. Der Lärm kommt anscheinend aus einem benachbarten Gebäude. Die jungen Leute nennen diesen Krach Musik. Für mich völlig unverständlich. Dieser Lärm hielt bis in die frühen Morgenstunden an.
Wir haben dann etwas später unsere Ruhe gefunden und blieben länger liegen.
Ich war schon halb angezogen, Dagmar noch nackt in der Dusche, als Michael klopft. Andrea hat unter dem Lärm gelitten und bleibt keine Nacht länger hier. Michael hat einen alternativen Platz gefunden und sie ziehen um. Er gibt mir noch die Info: Er hat einen Telefonladen mit Türk-Telekom Werbung entdeckt, gleich neben dem Bäcker, der öffnet vielleicht am Nachmittag. Dann fahren sie auch schon ab.
Wir ziehen uns an und machen einen kleinen Bummel. Kaufen Brot und entdecken den geschlossenen Laden. Nach dem Frühstück sicher einen Versuch wert.
Seht mal was ich entdeckt habe, einen Fiat 126. Das besondere an ihm, ein 3-Türer!
Der Wettergott meint es gut mit uns. Er schickt viel Sonne und damit die Leute nicht schwitzen, einen kühlen Wind dazu.
Wir haben das ganz Brot aufgegessen. Ich gehe nochmals zum Telekom-Shop. Der hat immer noch geschlossenen und ich laufe einfach weiter. Entdecke im Zentrum einen großen Markt mit riesigem Angebot an Obst, Gemüse und weiteren landwirtschaftlichen Produkten. Vom kleinen Bauern bis zum Großhändler sind alle da. Ich mache mich langsam auf den Rückweg und der Shop hat offen. Das Englisch des Verkäufers ist ähnlich umfangreich wie mein Türkisch. Denke das wir uns verstanden haben, aber sein System ist gestört. Ich soll um drei wiederkommen.
Die türkische Autoszene ist schon extrem schräg. Die Nachwuchsrennfahrer versuchen in der Nacht auf Parkplätzen schwarze Kreise zu ziehen und am Tag mit ihren tiefergelegten Fahrzeugen den Asphalt auf der normalen Hauptstraße zu rasieren. Dabei immer schäppernde Autoradios mit viel Bass. Hier ein Beispiel, Fahrzeug mit Effektlackierung, Kohlefaser-Applikationen und Aldi-Felgen.
Ich schlendere zum Wohnmobil zurück und berichte Dagmar von meinem „Erfolg“.
Auf dem großen Platz beim Auto ist ein tolles treiben. Kinder fahren mit Elektroautos oder laufen mit Rollschuhen. Erwachsene sitzen, trinken, reden. Ein buntes Treiben das nett zum anschauen ist.
So gegen drei Uhr laufen ich nochmals zum Telefonladen. Nicht ohne vorher eine weitere Schmerztablette einzuwerfen.
Das System des Verkäufers arbeitet wieder und ein weiterer Kunde übersetzt meine wenigen englischen Worte ins türkische. Ich bekomme für 450TL 20GB mit einem Monat Gültigkeit. So macht sich die teure Simkarte doch noch bezahlt.
Wir haben wieder Zugang zu Wetterdaten und können Informationen zu Sehenswürdigkeiten abrufen. Wie wichtig das Internet doch geworden ist.
Wir beschließen noch eine Nacht hier zu bleiben. Mit meinen Kopfschmerzen möchte ich mich nicht durch diesem ungewohnten Rechtsverkehr quälen. Auf dem Foto zeige ich euch, wie sie in der Stadt, hier an einem Kreisverkehr, parken. Dann könnt ihr euch vorstellen, wie sie fahren.
Wir werden morgen in Gazipaşa, das nächste Etappenziel, zur Reiseleitung aufschließen.



